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Durch die Hölle des Nordens Marschiert

Paris Roubaix Challenge 2016 - als großer Fan dieses legendären Klassikers entschloss ich mich im letzten Sommer, mir die Sache im Selbstversuch näher zu bringen. Pünktlich am 1.Dezember meldete ich mich bei der Paris-Roubaix-Challenge 2016 an. Die Idee mit einem Wohnmobil anzurücken, verwarf ich aber und buchte ein Hotel.
Da ich ja erstmal schnuppern wollte, wählte ich die Mädchenvariante. 145 km mit 17 Paves von insgesamt 29 km Länge und das ganze als Rundkurs, Start und Ziel im Velodrom von Roubaix.
Die harte Nummer wären 170 km mit 26 Paves von 59 km Länge gewesen. Der Start erfolgt dann allerdings in Busigny, und man muss um 5:30 den Shuttleservice nehmen oder sich bringen lassen.
Die Woche vor dem Ereignis war von der Beobachtung der Wettervorhersagen geprägt, die anfangs nichts gutes erwarten ließen.

 

Toi, toi, toi, Glück gehabt. Bei schönem kaltem Wetter rollte ich am 09.04.2016 um 7:20 über die Startlinie. Mit mir taten das wohl ca. 5500 andere Teilnehmer, aber nicht alle auf einmal. Wirklich große Felder waren nie zu sehen.
Tankstopp nach 30 km. Danach konnte ich mich dann mal an eine größere Gruppe andocken und so verging die Zeit bis zum eigentlichen Start bei km 50 im Fluge.
Km 50 bedeutet das Überfahren der Zeitmessung am Pave 18, Trouee d`Arenberg. Hier beginnt ja auch meistens das Rennen der Profis erst richtig. Wer hier nicht vorne ist, hat mit dem Rest des Rennens in der Regel nichts mehr zu tun.
Die Hölle ist 2,4 km lang, flach, völlig gerade und das schlimmste Stück Kopfsteinpflaster, das man sich so vorstellen kann. Die Profis benötigen 3 min 50. Ich war nach 5 min 54 durch und hatte gerade die heftigsten 2,4 km Rennradstrecke meines Lebens absolviert.

 

Nun also noch 90 km mit 16 Paves. Sprich, immer so um die 6 Minuten Vollgas fahren und dann Asphaltrollen. Mittlerweile hatte der Wind aus Südwest auch etwas aufgefrischt, wurde aber nie wirklich zu einem Problem.
Am Pave 15 warteten dann Brigitte und Ulli Gehrmann mit einer Tasse Kräutertee auf mich in ihrem Wohnwagen. Die Bilder sind dort entstanden.
Immerhin kamen auf den 145 km auch 600 HM zusammen. An der letzten Tankstelle musste ich den Strapazen ein wenig Tribut zollen und mal 5 Minuten eine Bank aufsuchen. Massagezelt wäre auch möglich gewesen. Noch mal zwei Hände voll Weingummi in mich rein geschaufelt und auf ging es zum ebenfalls legendären Pave Carrefour de lÀrbre wieder mit Zeitnahme.
Nach 5 : 25 h rollte ich dann echt k.o. über die Ziellinie im Velodrom von Roubaix. Also einen Schnitt von knapp 27Km/H.
Meine Höllenmaschine war das erste von STEVENS gebaute Cyclocross vom März 2003 mit einer Shimano 105er 11fach Gruppe, KsyriumSL Laufrädern meines leider zu früh verstorbenen Freundes Michael Baumgart (das hätte ihm sicher gefallen) und den neu entwickelten Schwalbe Reifen S-One mit 30mm, die mich nicht im Stich ließen.
Tags drauf waren wir überpünktlich am Carrefour de lÀrbre. Im Laufe von zwei Stunden kamen immer mehr Radsportfans gepilgert, so dass sich am Ende die bekannten Menschenmenge an diesem Ort versammelt hatte. Die Vorausfahrzeuge und der Hubschrauber ließen dann keinen Zweifel mehr aufkommen und die Karawane rauschte durch. Die Profis fahren gnadenlos hardcore, sowohl auf dem Pflaster als auch am Spalier der Zuschauer vorbei. Wenn ich mich nur ein wenig falsch bewegt hätte , wäre der eh abgehängte Superfabian und seine Windschattencombo sehr sicher zu Fall gekommen. Das die so radikal fahren, war mir vorher nicht klar gewesen.
Fazit:
Super Veranstaltung und eigentlich ein Muss für jeden Enthusiasten und Nordfrankreich-Liebhaber.
Auf jeden Fall will ich auch noch mal die ganze Strecke erfahren………

Der Marschierer
Tillmann Weißköppel

Druck

Hallo Marschierer,
mit welchem Reifendruck vorne hinten bist du unterwegs gewesen?
Gruß Martin

Laut Manometer der Pumpe

Laut Manometer der Pumpe 4bar, etwas weniger wäre auch gegangen

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