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17. September |
VM

Ronde van Vlaanderen

Vergangene Woche wurde mir überraschend ein Startplatz für die "RTF" auf dem Kurs der Flandern-Rundfahrt letzten Samstag angeboten. Da ich diesen Winter 4 Monate komplett auf Training jeglicher Art verzichtet hatte und erst seit 7 Wochen wieder trainiere, musste ich dann ganze 5 Minuten darüber nachdenken, ob ich das Angebot annehmen sollte.

Da ja die Anmeldung inkl. Unterkunft bereits alles gebucht und bezahlt war, ich gegen Kopfsteinpflaster grundsätzlich nichts einzuwenden hatte, die Wettervorhersage für Samstag fantastisch war und ich auch richtig Bock auf den Kurs hatte, konnte ich dann nicht wiederstehen.

Also ging es am Freitag direkt nach der Arbeit auf in den Startort nach Brügge. Am nächsten Morgen hieß es dann früh raus aus den Federn, frühstücken und ab zum Einschreiben. Und da standen wir nun. Frank vom RC Gehrden, Christian und Karsten vom RC Lehrte und ca. 500 andere begeisterte Fahrer. Die Begeisterung schlug dann aber schnell in Unmut um, da die Einschreibkontrolle doch stark unterbesetzt war und es somit zu längeren Wartezeiten kam. Nach ca. 1h hatten wir dann unsere Startnummern und losgings.
(Anmerkung: ohne vorheriger Anmeldung und Bezahlung per i-net hätte wir wohl nur 15min gebraucht.)

Zum Kurs selber braucht man eigentlich nicht mehr viel zusagen. Der ist bekannt ;) und vor allem kann ich mir eh nicht die ganzen Namen der einzelnen Rampen merken. Die ersten 150 km sind flach bis wellig und der Rest bis km 250 dann gespickt mit steilen Anstiegen, meist mit Kopfsteinpflaster, zwischen 6% und 22%. Die Höhepunkte auf den ersten 150 km waren vorallem die längeren Kopfsteinpflasterstücke, welche meistens flach und mit ordentlich Druck auch gut zu fahren sind. Nach meiner persönlichen Meinung ist Kopfsteinpflaster bei höheren Geschwindigkeit (über 35km) angenehmer zu fahren als bei vorsichtiger und langsamer Fahrweise. Was leider etwas schade war, war das meistens nicht auf den größeren Strassen gefahren werden durfte. Stattdessen mussten die schmalen Radweg am Fahrbahnrand genutzt werden. Dementsprechend gefährlich war es teilweise auch. Achtung Gegenverkehr!
Bis Kilometer 100 waren Frank und ich auch noch zusammen in einer Gruppe. Dann haben wir uns leider auf einem der längsten Kopfsteinpflasterstücke aus den Augen verloren.

Ab ca. 150km wurde es dann richtig interessant. Von nun an kamen aller eine paar Kilometer die gefürchteten steilen Rampen unterbrochen von Feldwegen mit viel Kopfsteinpflaster. Zu meiner Überraschung ließen sich die Anstiege mit Kopfsteinpflaster doch sehr gut fahren. Vor allem weil es trocken und bis zu 26 Grad warm war. Dies galt leider nicht mehr für die flachen Teilstücke mit Kopfsteinpflaster dazwischen . Bei nachlassenden Kräften ließ natürlich auch die Geschwindigkeit nach und so holperte man zwischen 20 und 25 km/h von einem Stein zum anderen. Die Hände tun mir beim Verfassen dieser Zeilen immer noch weh. Zweimal musste ich dann an jenen Anstiegen auch vom Rad. Das erste mal kam ich nach einer Abfahrt ums Eck und stand plötzlich mitten in einem Anstieg mit Kopfsteinflaster. Da das Runterschalten auf das kleine Blatt unter Druck nicht mehr funktionerte hieß es absteigen, runterschalten und wieder anfahren (zum Glück war es noch nicht ganz so steil). Das zweite mal war dann plötzlich die Strasse vor mir dicht, so dass ich wieder absteigen musste. Leider war es an diesem Teil aber so steil, das an anfahren nicht zu denken war. Also mit fluchenden Worten auf den Lippen erstmal schieben. Viel langsamer als die Fahrenden war man dabei aber auch nicht. An einem etwas flacheren Stück wagte ich den Versuch wieder aufzusteigen. Da gabe es dann auch schon einen kräftigen Schubs von hinten und schon fuhr ich wieder. Vielen Dank! Wer auch immer der unzähligen Zuschauer das war.

Auf den letzten 50 km hatte ich dann auch noch einen Zweckgemeinschaft mit einem Engländer. Der hatte auch noch gut Druck und Lust ein wenig schneller zu fahren. Also flogen wir auf den Abfahrten und den flachen Teilstücken an den einzelnen Feldern vorbei Richtung Ziel. Nach guten 250 km und 8h20min war wir dann auch im Ziel.

Kritik gibts eigentlich nur an dem organisatorischen der Veranstalltung zu üben. Wie Anfangs erwähnt, war die Startnummernausgabe eher suboptimal und die offiziellen Verpflegungstellen (glaube 3 Stück) lagen recht ungünstig und waren auch stark überfüllt. Zum Glück gab es genügend "inoffizielle" Verpflegungstellen, an denen man sich für das entsprechende Kleingeld Getränke kaufen konnte. Was aber sehr gut funktioniert hat, waren die unzähligen Streckenposten, die den Verkehr an den vielen Kreuzung geregelt haben. Großes Lob!

Insgesamt hat es sehr viel Spass gemacht und es war mal wieder einen neue Erfahrung.

Wer nicht allzu viel Wert auf perfekte Organisation legt, dem kann ich es nur empfehlen da einmal mitzufahren. Alternativ können auch kürzere Stecken gefahren werden, welche dann vor allem die vielen Anstiege enthalten.

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