Mitglieder-Login

Nächste RSC-Termine

17. September |
VM

GFNY - Glückliche Gewinner, noch glücklichere Verlierer

Der GFNY ist eine weltweite Rennserie, die in Deutschland erstmals ausgetragen wurde. Weitere Austragungsorte sind New York, Rom, Mexico City,....und in Deutschland eben Hameln. Die erstmalige Austragung sah am Ende gleich zwei Sieger aus Wunstorf! Auf der langen Runde gewann Christian Zucker und auf der kürzeren Alexander Frey.

Die Rennserie behält sich eine gewisse Exklusivität vor, welche sich unter anderem im Startpreis widerspiegelt. Dieser wird allerdings durch eine vollgesperrte Strecke und ein Trikot (welches getragen werden muss) ein wenig gerechtfertigt.
Für drei Wunstorfer wurde der Start ermöglicht durch den Mäzen Arne Frank, der als Leitung der Schaumburger Nachrichten ein dem Event entsprechendes exklusives Team (und mich) einludt. Als Team Schaumburger Nachrichten gingen Jürgen Schankath, Thomas Mai, Marc Ilsemann, Sascha Furche, Christian Zucker, Mario Carl, ich und Teamchef Arne "Tinkoff" Frank an den Start. Klare Vorgabe vom Chef: Sieg in der Teamwertung.

Teamaufstellung vor dem Start

Der Start selbst war unspektakulär: Ca. 400 Fahrer fanden sich in der sehenswerten Innenstadt von Hameln ein. Von aufgeregten Rennfahrern, Dränglern oder Draufgänger fehlte jede Spur. Dementsprechend unaufgeregt verliefen die ersten Kilometer. Die Strecke verlief nach kurzer Ortsausfahrt und einem welligen Schlenker über die Heinsener Klippen hinter Bodenwerder auf einem Rundkurs über Ith und Lauensteiner, der entweder einmal (Mediofondo,110km) oder zweimal (Granfondo,170km) zu absolvieren war. Danach führte die Strecke über 2 giftige Anstiege bei Bessinghausen zurück nach Hameln.
An den ersten welligen Anstiegen war die Unaufgeregtheit vorbei: Uli Fluhme, Gründer des GFNY, war zur Deutschlandpremiere extra aus New York angereist, und zog das Feld mächtig in die Länge. Diese Tempoverschärfung verkleinerte das Feld auf eine 50er Spitzengruppe. Leider gingen auch Marc und Sascha dabei flöten. Der Rest des Teams blieb zusammen, ein Schaltfehler mit Kettenabwurf von Arne wurde vom Team ohne weiteres gemanagt. Thomas nutzte eine Bummelphase des Feldes und startete eine seiner berüchtigten Attacken und verschwand für ein 30km Solo. Derweil wurde das Tempo am Ith verschärft. Wieder war es Uli, der vorne am Horn zog, gefolgt und unterstützt von einigen Bergfexen. Das Team SN konnte aber folgen. In der folgenden 10er Spitzenverfolgungsgruppe waren mit Carlchen, Arne, Zucki und mir 4 vom Team SN, zuzüglich Thomas, der ja noch Solo vorne war. Leider merkte ich, dass ich aufgrund einer leichten Erkältung überproportional viel Akkukapazität verlor. Dies machte sich am Lauensteiner bemerkbar, den ich mit 50m Abstand zur Spitzengruppe passierte. Als ich mich in der Abfahrt wieder rangeekelt hatte, beschloss ich am nächsten Gegenanstieg gleich die Gruppe zu passieren, die gerade eine kleine Bummelpause eingelegt hatte. So bog ich mit ca. 20 Sekunden auf einen Verfolger auf die kurze Runde ab. Da ich sowohl weniger bergfest als mein Verfolger und schon gar nicht sprintstark bin, setzte ich alles auf eine Karte und fuhr die letzten 23 km AK. Ich schaffte es, meinen Verfolger zu distanzieren und konnte den Vorsprung weiter ausbauen. So konnte ich die letzten 100m vor Zieleinfahrt noch etwas genießen. Einige Minuten später kam Schanky und sicherte sich den Sieg in der AK50.

Auf der großen Runde wurde wohl zunächst weiter recht locker weitergefahren und als Zugeständnis an die hochsommerlichen Temperaturen wurde auf dem Ith gemeinsam zum Flaschenauffüllen gehalten. Danach war der Waffenstillstand vorbei: Zucki attackierte am Lauensteiner und zerriss die Gruppe, einzig Mario konnte folgen. Dahinter verbiss sich Arne mit zwei Mitstreitern, danach zollte Thomas seinem Solo Tribut, kämpfte sich aber weiter durch. Der Zieleinlauf war nach Sprint Platz 1 für Zucki, Platz 2 für Mario und mit einer Minute Abstand Platz 3 für Arne, der seine Mitstreiter in einer Abfahrt nach Sturz verlor. Mit Thomas auf 7 war die Vorgabe Teamsieg klar erfüllt.
Alles in Allem war es für uns alle ein Superergebnis mit vielen glücklichen Gewinnern, und die, die nichts gewonnen haben, sind wenigstens sturzfrei geblieben und haben ein neues, schönes und gut geschnittenes Trikot.

Siegerehrung Einzelwertung: Zucki, Mario und Arne
Siegerehrung Mannchaftswertung mit Thomas

Epilog:
Leider folgte auf den eigentlich schönen Tag mein persönliches Debakel: Nachdem ich 4 Stunden in der sengenden Sonne auf die mehrfach verschobene Siegerehrung gewartet hatte, wurde mir mitgeteilt, dass die 110er Runde GAR nicht gehrt wird. Das hatten mir einige Ordner allerdings nach Zieleinfahrt anders mitgeteilt, ebenso einigen weiteren Fahrern, die auch gewartet hatten. Dem Veranstalter war dies auch nach lautstarkem Protest der Wartenden herzlich egal. Gut, dass ich wenigstens nicht die horrende Startgebühr bezahlen musste. Daher glückliche Verlierer - die müssen nicht auf die Siegerehrung warten!

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen