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Rodenbeck gewinnt Masters-Wertung Tour-Transalp

Etwas unerwartet kam der Einsatz beim Etappenrennen „Tour-Transalp“ von Oberammergau nach Bibione an der italienischen Adriaküste für Jürgen Rodenbeck vom RSC Wunstorf. Am Freitag spät von einem Nachrennen nach Hause gekommen, erreichte ihn ein überraschender Anruf: Ein Startplatz wartete bereits auf ihn persönlich.

Lars van der Sloot vom Werksteam des Hauptsponsors dieser siebentägigen Rundfahrt suchte händeringend nach Ersatz für seinen ausgefallenen Teampartner Uwe Kalz, immerhin amtierender Deutscher Meister und Europameister in der Seniorenklasse. Wenige Tage vor dem Saisonhöhepunkt war er beim Training von einem Auto angefahren worden und erlitt eine Schulterverletzung, die seine Teilnahme unmöglich machte. Da das Rennen in Zweierteams gefahren wird, musste ein anderer Fahrer einspringen. Als ausgewiesener Bergspezialist war der ehemalige Deutsche Bergmeister vom Radsportclub aus Wunstorf erste Wahl für den Bremer van der Sloot. Schließlich waren die beiden schon einmal eine Alpenüberquerung zusammen gefahren, wenn auch damals auf Mountainbikes.

Etwas Überzeugungsarbeit war notwendig, doch bereits am Samstag reiste Rodenbeck nach Oberammergau. Dort wartete bereits das Team, inklusive Mechaniker und Physiotherapeuten – und das nagelneue extraleichte Bergrad, das extra für diese Veranstaltung aufgebaut wurde. Insgesamt starteten 500 Zweierteams, davon etwa ein Drittel in der Masters Wertung, in der die Addition des Lebensalters der Teammitglieder mindestens 80 Jahre beträgt.

Die erste Etappe war mit 140 Kilometern zwar recht lang, aber es gab mit dem knapp 1900 Meter hohen Hahntennjoch nur einen echten Pass zu bezwingen. Das genügte um die favorisierten Teams an die Spitze zu bringen, diese tasteten sich aber noch ein wenig ab. Auf der Abfahrt fing es auch noch an zu regnen. Im Zielort Sölden kam so eine recht große Spitzengruppe an, Rodenbeck und sein Teampartner belegten mehr oder weniger zeitgleich mit den Siegern Platz zwei in ihrer Klasse.

Die zweite Etappe war schon deutlich schwerer und führte von Sölden nach Brixen. Zwei Pässe mussten überwunden werden, darunter das mehr als 2500 Meter hohe Timmelsjoch, und das im Dauerregen und dichtem Nebel auf den Bergen. Wie am Vortag sprang der zweite Rang heraus, diesmal allerdings mit einem Rückstand von exakt vier Minuten. Damit belegten die beiden auch den zweiten Platz der Gesamtwertung.

Am dritten Tag ging es von Brixen nach St.Vigil. Das bis dato führende Team hatte sich an den Vortagen wohl etwas übernommen und schon früh am Tag einen Einbruch erlitten. Das wollten Rodenbeck und sein Partner natürlich ausnutzen und gaben richtig Gas. Doch das Glück was nicht auf ihrer Seite, an einem Rad brach das Schaltwerk ab und sie mussten auf ihr Begleitfahrzeug warten. Damit waren die Chancen auf eine gute Platzierung an diesem Tag dahin, mit einem Ersatzrad ging es enttäuscht und mit angezogener Handbremse ins Ziel. In der Gesamtwertung blieben sie nach diesem Tag auf dem dritten Platz, allerdings mit nun fast uneinholbarem Rückstand auf die neuen Führenden.

Am nächsten Tag gab es eine kurze Etappe mit 101 Kilometern und zwei nicht besonders schwer erscheinenden Bergen zwischen St. Vigil nach Sexten. Mit ordentlich Wut im Bauch legten sich die beiden von Beginn an mächtig ins Zeug und konnten im Ziel aus einer größeren Gruppe heraus den Tagessieg erkämpfen. Am Morgen des fünften Tages zeigte sich wieder einmal, dass ein Etappenrennen viele Überraschungen bereit hält, die aktuell Führenden erschienen an diesem Tag nicht mehr zum Start und mussten ihre Hoffnungen begraben. Das war nach dem Erfolg des Vortages natürlich zusätzliche Motivation für den Wunstorfer und seinen Teamkollegen. Auch die Streckenführung kam ihnen entgegen, die „Königsetappe“ führte über 130 Kilometer mit vier Pässen und mehr als 3000 Höhenmetern von Sexten nach Falcade. Rodenbeck und van der Sloot konnten an diesem Tag ihren zweiten Etappensieg feiern und zusätzlich noch die Führung in der Gesamtwertung mit zwei Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierten erobern.

Der vorletzte Tag war mit drei Bergen und 116 Kilometern nicht viel leichter, so dass noch einmal ein heißer Kampf zu erwarten war. Aber auch nach sechs Tagen in den Alpen ließen die beiden nichts anbrennen. Im Gegenteil, sie konnten ihren Vorsprung sogar noch etwas ausbauen. Somit konnten sie recht beruhigt auf die letzte Etappe gehen, denn am letzten Tag, von Falcade nach Bibione an der Adria, gab es fast keine Höhenmeter zu bewältigen. So kam nach 154 Kilometern ein großes Feld hektisch und geschlossen in Bibione an. Hier reichte es dann zwar lediglich zum dritten Rang, aber für die Gesamtwertung war das nicht mehr relevant.

Nach insgesamt 859 Kilometern und 16.849 Höhenmetern in sieben Etappen gewannen Jürgen Rodenbeck und Lars van der Sloot die Gesamtwertung in der Mastersklasse der 6. Tour-Transalp.

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