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22. September |
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23. September |
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Mit dem MTB hoch hinaus am Mont Blanc

Wie im vergangenen Jahr fuhren Alex und ich für eine Woche in die Schweiz, um mit Jörg die Alpen per Mountainbike unsicher zu machen. Dieses Mal hatten wir uns die Tourenbeschreibung einer Mont Blanc-Umrundung zum Vorbild genommen. Grandiose Ausblicke auf die Gletscher des höchsten Berges der Alpen waren dabei natürlich garantiert.

Tag 1

Mann ist das steil - müssen wir da wirklich hoch?
Boa, watt is das steil!

Nachdem die Anreise per Bahn im ICE nach Bern auch mit den eingepackten Rädern dieses Jahr - anders als im Vorjahr - absolut problemlos vonstatten ging, fuhren wir mit Jörg am nächsten Tag nach Martigny, wo die Runde losgehen sollte. Frieren würde an diesem Tag niemand, soviel war bei der Vorhersage von 33 Grad schon mal klar. Wir hatten uns entschieden zum Auftakt vor der eigentlichen Mont Blanc-Runde noch eine Tour in der Schweiz zu drehen, um einen der laut MTB-Forum "schönsten Trail im Wallis" mitzunehmen. Nach den Traumabfahrten des Vorjahres lag die Messlatte echt hoch! Wenn da mal nicht jemand den Mund zu voll genommen hatte.
 

1000 Höhenmeter auf diese Weise vernichten, na ja...
So geht Höhenmetervernichtung

Es lief wie üblich am ersten Tag: ich hatte Rücken, Alex hatte Hitzekoller, nur Jörg hüpfte auch jenseits der 2.000 Meter trotz Rucksack noch den steilen Anstieg rauf als ginge es auf den Deisterkamm. Irgendwie kamen alle oben an und waren gespannt auf die Abfahrt. Der Trail sah zwar schön aus, war aber zu Beginn nur teilweise fahrbar. Dann ging es mit langweiligem Schotter weiter bevor es in den Wald ging - und unglaublich steil wurde. Zwar angenehm schmal, aber man musste ununterbrochen "in den Bremsen stehen". Dazu noch unfahrbare Serpetinen, das war schon mal nicht optima, 1.000 Tiefenmeter auf den letzten vier Kilometern. Wenigstens lag am Ende der Abfahrt ein Baggersee, der zum Baden geradezu einlud! Leider war die Erfrischung schon kurz darauf wieder verpufft, weil es noch diverse Höhenmeter zu unserer Unterkunft in Orsières waren und es immer noch sehr heiß war...

 

 

 

Tag 2

An so einem Tag macht man es sich am Besten gemütlich
Zurücklehnen und genießen

Regen. Und Gewitter. Nicht gerade das Wetter, bei dem man auf mehr als 2.500 Meter hoch fahren will - und sollte. Die angekündigte Kaltfront kam etwas früher als gedacht, aber das war uns im Grunde recht. So mussten wir zwar einen "Ruhetag" rum bringen, konnten aber das olympische Straßenrennen sehen und die folgenden Tage bei erträglichen Temperaturen fahren. Viel unternehmen konnte man in Orsières nicht gerade, wenigsten gab es einen Supermarkt. Nur keine Briefmarken zu den Postkarten ;-)

 

 

Tag 3

Sieht doch ganz einfach aus hier in den Wolken rumzufahren!
Das soll anstrengend sein?

Jetzt die eigentliche Runde, die am ersten Tag in der Nähe des Großen St. Bernhard über den weniger bekannten Grand Col de Feret auf 2.534 Metern von der Schweiz ins italienische Aostatal führte. In der Nacht hatte es noch geregnet, daher war es recht schwül, aber die Wolken verzogen sich immer mehr, je höher wir kamen. Laut Beschreibung sollte die Route bis auf 2.200 Meter gut fahrbar sein und danach längere Schiebepassagen haben. Alex und ich wurden auf dem steilen, schmalen Weg schon wegen Kurzatmigkeit in der Höhe fast komplett aus dem Sattel gebracht, nur Jörg hatte vermutlich defekte Pedalen und konnte aus diesem Grund nicht absteigen? Unglaublich...
 

Die "Abfahrt" ist nur teilweise fahrbar
Teilweise grobschottrig...

Auch die folgende Abfahrt war im oberen Teil im Grunde unfahrbar, weiter unten wurde sie etwas besser. Um einen (hoffentlich) schönen Höhenweg zu erreichen schoben wir anschließend wieder 200 Höhenmeter, aber - irgendwie verhext - auch der war nicht so wie erhofft. So viel bin ich lange nicht mehr spaziert. Wenigstens war der Mont Blanc in voller Pracht zu bewundern. Davon war ich wohl so überwältigt, dass ich prompt einmal mein Rad wegwarf und mir ein paar Schrammen holte. In Courmayeur hätte man auch mit der Seilbahn einmal quer über den Mont Blanc nach Chamonix fahren können! Diese Abkürzung haben wir aber nicht genommen. 

 

 

Tag 4

Warum heißt das Ding wohl Mont Blanc?
Da ist das Ding!

Für diesen Tag hatte ich den tollen Tipp gefunden zu Beginn einen anderen Pass zu nehmen als die Originalrunde, um eine Schiebepassage zu umgehen. Der Aufstieg zum Col des Chavannes auf 2.600 Metern war auch wunderbar fahrbar, beinahe wie für Mountainbiker gemacht. Allerdings war der folgende Weg eher eine Kletterpartie, da war mehr Tragen als Schieben angesagt. Danke nochmal dafür! Vom folgenden Col de la Seigne ging es dann mal auf nettem Singletrail bergab, auch hier wie am Vortag erstaunlich viele Japaner in Wandergruppen unterwegs. Wir belohnten uns auf einer Hütte mit leckeren Crépes und Heidelbeertörtchen. Eine willkommende Stärkung für den anstehenden Cormet de Roselend, über den die Tour de France auch gerne auf 1.968 Meter fährt. Hier gab es dann eine "wilde Sau" zu bewundern, für außenstehende Beobachter sah es vielleicht trotz Vollgas unsererseits wie gemächliches Tourenfahren aus... Die Übernachtung unmittelbar am Lac de Roselend hatte im Massenlager (wo wir unter uns waren) zwar einen traumhaften Ausblick, war aber etwas heruntergekommen.

Panorama mit Mont Blanc - Col des Chavannes
Der Aufstieg hat sich doch mal gelohnt!

Tag 5

Hübsche Blumenwiese - sieht gar nicht nach 2.600 Metern aus
Hübsche Blumenwiese

Diesmal zwei "halbe" Anstiege mit jeweils 750 Höhenmetern, die einen mit wunderbaren Ausblicken auf die Gletscher des Mont Blanc belohnten. Die mussten allerdings hart erkämpft werden, denn trotz der eigentlich morgens sogar noch recht frischen Luft war es bergauf bei blauem Himmel und Windstille reichlich warm. Auf dem steilsten Wiesenstück kam sogar Jörg an seine Grenzen und musste schieben - wie wir aus der Ferne gerade noch sehen konnten! Bergab war es zwar felsig und technisch anspruchsvoll, aber fast durchgängig fahrbar, ein vielversprechender Anfang.

 

 

Chamonix - touristisch überlaufen, aber landschaftlich grandios
Gletscher oberhalb Chamonix

Nach kurzem Gegenanstieg waren wir schon am Col de Joly, der brachte die vom Namen bereits angedeuteten netten Ansichten des weißen Berges. Die Abfahrt nach dem etwas zähen Höhenweges war dann nicht gerade hardtailoptimiert, dennoch eine der Besten der letzten Tage. Wir gönnten uns nach Supermarktplünderung eine ausgedehnte Mittagspause mit Blick auf eine imposante Gletscherzunge - und noch ein Fußbad im Gebirgsbach. Leider ging es dann wieder sehr warm und sehr steil hinauf zum Col de Voza. Erst Straße, dann Schotter. Ab 24% Steigung konnte ich Jörg nicht mehr folgen, so ein Cross-Country-Hardtail hat dafür einfach einen zu kurzen Hinterbau, mein Vorderrad war mehr in der Luft als am Boden. Na ja, wenn's nur das gewesen wäre... Oben hätte man mit der Zahnradbahn fahren können, oder mit Offroad-Rollern wie es sie z.B. am Wurmberg auch gibt. Allerdings war unsere Schotter-Abfahrt so steil und grobschottrig, dass wir mit dem MTB schon am Anschlag waren. Die Familie mit ihren Rollern, die sich hier versuchte, sah nicht glücklich aus!

Tag 5

Laufen lassen war zwar auch hier nicht, aber gut
Das ist doch mal eine Abfahrt!

Durch den Regentag konnten wir unser eigentliches Ziel, die Portes du Soleil, nicht erreichen. Zum Glück hatten wir die Originalroute aus der BIKE als Alternative. So ging es auf kürzester Route zurück Richtung Schweiz, im Weg war nur noch der Col de Balme direkt auf der Grenze zu Frankreich. Der Anstieg hatte es allerdings wieder in sich, was man spätestens bei Anblick der Seilbahn erahnen konnte. Über weite Strecken bewegte sich die Steigung deutlich über 20%, erst nach der ersten Seilbahnstation wurde es angenehmer. Die Abfahrt war dann recht steinig, dennoch eine der schönsten der ganzen Runde. Die Höhenmeter waren recht schnell vernichtet. Noch ein kurzer Laktathügel auf Straße, bevor die abschließende Abfahrt nach Martigny anstand. Hier kürzten wir die ohnehin schon steile Straße immer wieder mit noch steileren Wanderwegen ab, am Ende noch durch diverse Weinberge.

Bonusmaterial

Hoffentlich sind die gut gelaunt! So müssen Abfahrten aussehen! Noch ein Beispiel wie es gehen kann!
Rindviecher... Wenn's überall so wäre... So geht's doch auch!
Das haben wir uns verdient! Blick aus dem Fenster auf den Lac de Roselend Das war's - die letzte Abfahrt in's Rhone-Tal
Stärkung! Zimmer mit Aussicht Ende Gelände

Karten

GPS-Aufzeichnung der Runde

Bild 14 Stärkung

Homer Simpson, Homer Simpson, Homer Simpson, Homer Simpson, Homer Simpson, Homer Simpson, Homer Simpson,
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