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- 06.02. — Andy Schleck ist Tour-Sieger 2010! http://t.co/ifQmQn3A
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Fünf Tage mit dem MTB um den Gardasee
Was macht man, wenn es zuhause alle zwei Tage gewittert und vernünftiges Mountainbiken beinahe unmöglich ist? Na klar, man fährt in den sonnigen Süden! Für schöne Touren auf abwechslungsreichen Strecken sind die Alpen ohnehin das Optimum, zudem mit dem Auto relativ einfach erreichbar.
Allerdings war klar, dass man schon bis über den Brenner fahren musste, war doch eine Woche zuvor noch die erste Etappe des MTB-Transalp in Bayern wegen Schneefalls abgesagt und die zweite verkürzt worden. Die Wahl fiel auf den nördlichen Gardasee, der ein bekannt gutes Revier für Mountainbiker ist und auch von uns schon mehrfach besucht wurde. Anders als üblich wollten wir nicht nur Tagestouren machen, um auch mal ein paar neue Wege und Gegenden kennen zu lernen. Da kam uns die Beschreibung einer Umrundung von Riva del Garda aus in der Zeitschrift Mountainbike als Vorlage gerade recht. Auf fünf Tage geschrumpft und an unsere Vorlieben angepasst musste die Tour nur noch auf das GPS-Gerät geladen werden und schon konnte es losgehen. Fast, denn für die geplanten fünf Tage würden wir eine ganze Menge Gepäck mitschleppen müssen. Die Tests ergaben: Sieben Kilo ungewohntes Zusatzgewicht in Form eines 30 Liter großen Rucksacks würden uns begleiten.
„Uns“ bedeutete in diesem Fall Alex, Udo und mich. Sonntag war Anreisetag, zehn Stunden Autofahrt bei schönstem Sommerwetter. Nach Abfahrt an den See in Torbole als erstes ein Eis zur Eingewöhnung, ein Zimmer in Riva zu finden stellte sich trotz Hochsaison als problemlos heraus, nun mussten wir nur noch die obligatorische Pizza in der - typisch italienischen - Pizzeria Bavaria essen. Die war wie immer genial, bis hierhin war alles optimal gelaufen und das machte gute Laune und Mut für die kommenden Tage.
Tag 1: Riva del Garda – Vesio
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| Letzter Einkauf in Riva del Garda |
Für den ersten Tag hatten wir eine Tour mit nur einem Berg zum Einrollen gewählt, technisch wie konditionell recht einfach. Aus dem quirligen Riva verabschiedeten wir uns möglichst schnell in die Berge.
Über die alte Ponale-Straße [1.1] ging es hoch ins Ledro-Tal. Obwohl noch relativ früh am Tag merkte man bereits hier, dass die Wettervorhersage von 30 Grad sich bewahrheiten würde. Leider wehte der namensgebende Wind auf der Schottersteigung vormittags noch nicht, keine besonders schonende Art der Akklimatisierung. Zum Lago di Ledro folgten wir der ausgeschilderten Radstrecke, die mit einigen knackigen Steigungen überraschte. Aber so richtig ernst wurde es erst danach, als der Aufstieg zum Passo Tremalzo [1.2] auf einer gut zehn Kilometer langen und stetig knapp zehn Prozent steilen Straße anstand. Als Touris waren wir natürlich schön in der Mittagssonne unterwegs, so recht wollte außer dem Schweiß nichts laufen. Zum Glück entschädigten einige schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge für die Mühen. Von oben wollten wir den ersten Teil des „legendären“ Tremalzo-Downhills fahren, um dann am Passo Nota [1.3] nach Süden abzubiegen. Die folgende Abfahrt war, nach einem kleinen Gegenanstieg, ganz nett. Beim Blick von oben auf den kleinen Ort Vesio fiel uns gleich die nicht besonders hübsche Hotelanlage auf. Von Nahem betrachtet war dies aber eine optimale Unterkunft mit überwältigendem Blick auf den jenseits des Sees gelegenen Monte Baldo.
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| Der höchste Punkt des Tages vor dem Tremalzo-Tunnel | Blick auf Lago di Garda und Monte Baldo vom Tremalzo-Downhill | Schotter zwischen Tremalzo-Tunnel und Passo Nota |
Tag 2: Vesio – Bogliaco
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| Abkürzung nach verpasstem Abzweig |
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| Trail am Lago di Valvestino |
Am zweiten Tag ging es rund um den Lago di Valvestino, wo wir einige Trails aus der Vergangenheit kannten, die wir bei dieser Gelegenheit fahren wollten. Der Wetterbericht sagte weiter steigende Temperaturen voraus, die Sonne strahlte entsprechend vom nur morgens noch leicht bewölkten Himmel. Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück machten wir uns recht zeitig auf den Weg, da die Strecke diverse Höhenmeter vorsah.
Zuerst fuhren wir auf der Straße nach Tignale, bevor es dann hoch ging zum Bocca di Paolone [2.1], da wir unbedingt von Costa aus zum Stausee abfahren wollten. Dort gibt es einige schöne Trails, die allerdings nicht leicht zu finden sind – wie z.B. der Sentiero 57 [2.2]. Im oberen Teil wählte Udo den unsanften Abgang vom Rad, glücklicherweise gab es aber nur ein paar Schrammen. Unten am See folgte dann noch ein Plattfuß – er hatte wohl nicht den glücklichsten Tag erwischt. Dort konnte man sich noch einmal an einem kleinen Wasserfall erfrischen, der folgende Anstieg auf der Straße nach Capovalle war, wie vorauszusehen, sehr warm. Zumeist ohne einen kühlenden Lufthauch können auch 500 Höhenmeter schon zu Pausen zwingen, das Thermometer zeigte in der Sonne (Schatten gab es nicht) über vierzig Grad an. Weiter ging der Anstieg dann etwas angenehmer im Wald recht unspektakulär bis zum Passo di Ganone. Von dort ein Single-Trail [2.3], zwar kein Downhill, aber dennoch sehr lohnenswert. Danach wurde es Zeit wieder in Richtung Lago di Garda zu kommen, daher mussten wir leider eine unschöne und sinnlose Höhenmetervernichtung [2.4] begehen. Nur um gleich anschließend wieder hinauf zu fahren [2.5]. Wir waren jedenfalls alle bereits ziemlich angeschlagen und wollten nur schnell ins Hotel. Beim ersten Versuch die Abfahrt auf der Hauptstraße zu umgehen, fuhren wir noch eine schöne Ehrenrunde, um dann doch die Straße zu nehmen. Das letzte Stück auf bis zu 30 Prozent steiler Betonstrecke war dann noch dazu angetan meine Bremsbeläge derart zu verbrennen, dass sich meine Mitfahrer bereits über den Gestank beschwerten. Die Abkühlung mit Wasser nutze dann auch nicht mehr viel, da die Beläge bereits verglast waren.
Wir plünderten anschließend den Lebensmittelladen im Ort und verschlangen das Abendessen im Hotel. Leider war es auch um elf Uhr abends noch derart warm, dass selbst direkt am See keine ausreichende Abkühlung vorhanden war.
Tag 3: Bogliaco – Avio
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Wiesentrail gut 1500 Meter über |
An diesem Tag wollten wir uns den Luxus erlauben, mit der Seilbahn [3.1] auf den Monte Baldo zu fahren. Leider mussten wir dazu 30 Kilometer am Seeufer auf der Hauptstraße zurücklegen – glücklicherweise ohne Tunnel. Da wir aufgrund des sportlichen Tagesprogramms gleich die erste Fähre um Acht erreichen wollten, ging es ohne Frühstück los - das hat sich nicht gut angefühlt! In Malcesine angekommen hatten wir noch genug Zeit, daher gönnten wir uns ein wohlverdientes, ausgiebiges Frühstück. Am Ticketschalter durften wir dann feststellen, dass die Plätze für Fahrräder sehr begrenzt sind und wir erst um viertel nach Zwei – also vier Stunden später – würden hochfahren können. Notgedrungen legten wir eine Pause am Strand ein. Letztendlich kamen wir doch noch nach oben und hatten einen großartigen Ausblick von der Colma di Malcesine [3.2]. Weiter ging es über den Bocca del Creer [3.3] und San Valentino zum Sentiero della Pace [3.4]. Hoch über der Autobahn im Tal der Etsch (italienisch: Adige) hatten wir zwei mögliche Abfahrten nach Avio im Visier, die in einer älteren MTB-Zeitschrift angepriesen wurden. Nach dem Corno di Paura zweigen zuerst der Sentiero 686 [3.5] und ein paar Kilometer später der 687 [3.6] ab ins Tal, wir entschieden uns für den zweiten. Mehr als 1.000 Höhenmeter am Stück ging es hinab, gerade im oberen Teil mit einigen kurzen Tragepassagen anspruchsvoll aber schön. Gegen Ende, wo es nicht mehr so schwierig war, leiste ich mir dann eine Unachtsamkeit und stieg unsanft vom Rad ab. Da unser ursprüngliches Programm durch die Verzögerung am Morgen nicht mehr möglich war – und wohl auch sonst unrealistisch gewesen wäre – suchten wir eine Übernachtung in Avio. Die erste Herberge war auch gleichzeitig Pizzeria, das kam uns sehr gelegen, und da es unglaublich lecker war bestellten alle auch noch eine zweite Pizza.
Tag 4: Avio – Camposilvano
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| Erfrischung an einem Gebirgsbach "mitten im Nirgendwo" |
Durch das Tal der Etsch führt neben der Autobahn noch eine überregionale Landstraße, aber ab 22 Uhr scheinen gerade die LKW am liebsten mitten durch den Ort Avio zu fahren. Dummerweise war es aufgrund der Wärme bei geschlossenem Fenster im Zimmer kaum auszuhalten, bei offenem war wenigstens die Kirche auf der gegenüberliegenden Straßenseite gut zu hören, die auch nachts jede Stunde laut gab. Nur Udo schien mit Ohrenstöpseln eine gute Nachtruhe zu haben!
Das angepasste Programm sah für heute nur einen Anstieg vor, also ein sehr kurzer Tag. Wir ließen uns am Morgen Zeit, nachdem das typisch italienische Frühstück im Hotel sehr mager war nahmen wir noch ein Brunch vor dem Supermarkt. Einziger ernsthafter Programmpunkt war der Aufstieg zum Passo Buole [4.1], also gerade einmal 1.300 Höhenmeter. Zu Beginn des Anstiegs ging es auf Asphalt hoch, allerdings waren auch schon die ersten eineinhalb Liter Wasser verbraucht. Der Fluss, neben dessen Bett unser Weg dann nach dem letzten Abzweig auf immer grober werdendem Schotter hoch führte, war komplett ausgetrocknet. Die Sonne brannte so gnadenlos auf den schattenlosen Weg, dass wir nicht wie vorgesehen alle 250 Höhenmeter eine Pause einlegten, eher alle paar Minuten. 45 Grad zeigte das Thermometer an, das entsprach auch etwa der gefühlten Temperatur. Bei einer Geschwindigkeit zwischen 3,5 und 6 km/h gab es selbstverständlich keinen Fahrtwind, selbst weiter oben war nicht der kleinste Hauch zu spüren. Das war nicht mehr grenzwertig, sondern bereits ein gutes Stück darüber. Ein paar Mal waren wir tatsächlich kurz davor umzudrehen, da die Wasservorräte sich viel zu schnell dem Ende zuneigten und keine Abhilfe in Sicht war. Drei Dinge haben uns dann doch gerettet: Zum einen gab es durch kleine Schleierwolken und ein paar Bäume irgendwann doch etwas Schatten, im weiteren Verlauf des Weges waren Höfe und Bäche eingezeichnet und zu guter letzt gab es keine Alternative für das Erreichen des Highlights der Tour, dem Pasubio. Wasser gab es leider nicht, alle Quellen unterwegs waren komplett ausgetrocknet. Auch die erhoffte Verpflegung am Pass fiel aus, da alle Hütten geschlossen waren. Die anschließende Abfahrt nach Loner [4.2] war dann aber gut. Zivilisation war immer noch nicht in Sicht, aber am Ende des Downhills fanden wir endlich einen Gebirgsbach, an dem man sich abkühlen und den einen oder anderen Liter Wasser fassen konnte. Nach der ausgiebigen Pause stellte ich mit Blick auf die Karte fest, dass der nächste Ort hinter der folgenden Kurve sein musste… Da waren es nur noch ein paar Serpentinen bis ins verschlafene Örtchen Camposilvano, wo wir eine nette Pension fanden.
Tag 5: Camposilvano – Riva del Garda
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| Aufstieg am Pasubio auf alten Militärtrails |
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| Stärkung im Rifugio Papa |
Nach einer sehr angenehmen Nacht in 1.000 Metern Höhe, als einzige Nichtitaliener im ganzen Ort, ging es bei bedecktem Himmel auf Straße zum Passo Pian delle Fugazze, wo der Einstieg in Richtung Pasubio auf der Strada degli Eroi [5.1] anstand. Die knapp eintausend Höhenmeter bis zum Rifugio (General A.) Papa [5.2] an der Porte del Pasubio [5.3] waren angenehm gut zu fahren, sicher auch weil die Sonne nicht schien und ein kühler Wind wehte. Aber auch auf knapp zweitausend Metern war es nicht gerade „kalt“, bestenfalls etwas frisch in den verschwitzten Trikots. Weste und Armlinge hatten nach der Verpflegungspause auch schnell wieder ausgedient, denn wir fuhren noch etwas höher in Richtung Dente Italiano und Dente Austriaco [5.4]. Mit 2.220 Metern war die italienische Stellung aus dem ersten Weltkrieg auch der höchste Punkt der gesamten Tour. Hier konnte man im Grunde bis auf wenige Meter nirgends mehr fahren, aber die Landschaft war spektakulär und die Hinterlassenschaften aus dem Krieg sehr eindrucksvoll. Mit gerade einmal 150 Metern Abstand hatten sich Italiener und Österreicher im Berg eingegraben und sogar die gegnerischen Stellungen untertunnelt, um sie in die Luft zu jagen.
Nach weiterem Schieben konnte man ab dem Sella del Piccolo Roite [5.5] wieder fahren, wenn auch auf sehr schmalem und teilweise ausgesetztem Single-Trail. Das war aber nur ein Vorgeschmack, der Weg ab der Bocchetta di Foxi [5.6] war wirklich nur etwas für schwindelfreie und trittsichere Fahrradträger - teilweise. Die anschließende Abfahrt wurde nach anfänglichen Schiebepassagen dann doch noch sehr gut. Im nächsten Ort versorgten wir uns noch einmal ordentlich und machten uns ab da auf der Straße über Rovereto auf den Weg nach Riva. Ursprünglich wollten wir ja einen Tag früher über den Pasubio und eine Schleife nach Norden fahren, so mussten wir zum Abschluss noch ein paar Überführungskilometer absolvieren. Das ging dann auf den teilweise extra angelegten Radwegen „Pista Ciclabile Valle dell'Adige“ [5.7] überraschend gut und war ein stressfreier Abschluss einer sehr gelungenen Woche.
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| Hochgebirge: Der kahle Gipfel des Monte Pasubio |
Auf dem Sentiero 102 ist Schwindelfreiheit hilfreich |
Ausblick auf den Lago di Garda als Belohnung |
Holger
Hier noch ein paar Bilder als Bonus:
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| Schotterband des Tremalzo | Schöne Aussicht: Vesio | Pause vor dem Rifugio Pirlo Spino |
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| Hotel mit Aussicht in Bogliaco | Konkurrenz um Trinkwasser? | "Teilweise ausgesetzt": Der Sella del Piccolo Roite |
GPS-Tracks der Tagestouren
- http://www.gpsies.com/map.do?fileId=tlazhfnaixevbovv
- http://www.gpsies.com/map.do?fileId=yemxtbqhznjbvphg
- http://www.gpsies.com/map.do?fileId=iulvezxniwmxqqxt
- http://www.gpsies.com/map.do?fileId=ezpgczubwhbjnsir
- http://www.gpsies.com/map.do?fileId=yekdcdemcxonsmqb




















Schöner Bericht
Schöner Reisebericht über Leiden und Freuden eurer Tour. Bei so einer Aktion kann man doch schnell mal den Begriff Radsport mit Radmord verwechseln, oder? Wer ist denn eigentlich der Sträfling im RSC Trikot, zu sehen auf dem Bild "Tag 4: Avio – Camposilvano". Ich dachte es waren nur Holger, Alex und Udo unterwegs! Also mit sonem Kerl hätte ich schon so ein bisschen Angst an den Abgründen der Bergwelt zu radeln! Gruß und gute Nacht Lito
Na, Udo war doch extra beim Frisör...
Na, Udo war doch extra beim Frisör... Und nach ein paar Stunden ohne Wasser kann man am ersten Bach schon mal das Lächeln vergessen!